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Atomwaffengegner morgen vor Gericht – unser Brief nach Cochem

Rostock, 11.12.2018

Sehr geehrter Herr Amtsrichter,

morgen stehen fünf Personen wegen einer Besetzungsaktion auf dem Rollfeld des Atomwaffenstützpunkts Büchel im Juli 2018 vor Ihrem Gericht, unter ihnen auch unser Mitglied Ernst-Ludwig Iskenius.

Wir erklären uns solidarisch mit den Angeklagten. In Zeiten der Kündigung des INF-Vertrags durch die USA und des Austauschs der Bücheler Atomwaffen gegen noch modernere machen sie auf die Gefahr aufmerksam, die in der möglichen Wiederkehr eines atomaren Wettrüstens liegt. Wir wissen auch, dass es im Sinne der Bevölkerung wäre, wenn die Bundesrepublik Deutschland den internationalen Atomwaffenverbotsvertrag unterzeichnen würde. Die Angeklagten haben das Mittel ihrer Aktion gewählt, um darauf hinzuweisen. 

Es gibt verschiedene Mittel, gegen Atomwaffen aufzustehen. Auch dieses muss erlaubt sein. Eine Verurteilung der Angeklagten halten wir deshalb nicht für gerechtfertigt.

Wir appellieren an Sie, die Beweggründe der Angeklagten für ihre Aktion in Ihre Entscheidungsfindung einfließen zu lassen.

Mit Dank, hochachtungsvoll

Rostocker Friedensbündnis