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Unser Flyer zur Hanse Sail (mit Fotos von unserer gestrigen Aktion im Anhang)

Rostock schießt.

An den Kais der Hanse Sail liegen Kriegsschiffe:

*die Fregatte „Schleswig-Holstein“ - das „Flaggschiff der diesjährigen Hanse Sail“, wie das Marinekommando sie selbstbewusst nennt. Es ist über 20 Jahre alt und war schon in den verschiedensten Krisengebieten der Welt unterwegs, um ökonomische und strategische Interessen der offiziellen Bundesrepublik zu sichern.

*das Ölauffangschiff „Bottsand“ – soll auf der Hanse Sail zusätzliche Sympathien für die Marine einwerben. Das traut man ihm zu, weil es so zivil und nützlich aussieht. Es ist nicht aber dazu da, Öl aufzufangen, dass vielleicht jemand unerlaubt im Stadthafen ablässt. Es ist Teil der Marine und auf dem Stützpunkt Hohe Düne stationiert.

*zur Besichtigung auf dem Marinestützpunkt: die Korvette „Erfurt“ – war 2018 Teil der der „Standing NATO Maritime Group 1“, deren Einsatzgebiete der nordöstliche Atlantik sowie die Nord- und Ostsee sind. Sie hat gerade nichts zu tun, denn dort ist sie bei einem Manöver kaputtgegangen … Auf dem Stützpunkt werden auch ein Schnellboot aus Litauen und zwei Heimwehrkutter aus Dänemark erwartet.

Natürlich stehen auch immer Karriereberater der Bundeswehr daneben und werben um Nachwuchs für das Kriegsgeschäft.

Das gehört seit Jahren zur Militarisierung der Hanse Sail. In diesem Jahr hat sich die Stadtpolitik aber noch etwas ganz Besonderes ausgedacht: Sie hat eine internationale Konferenz von Vertretern der Städte abgehalten, in denen die jeweiligen Marinen ihren Hauptsitz haben. In Deutschland ist das Rostock. „Damit wollen wir unterstreichen, dass auch die Kommunen, die eng mit ihren Marinen verbunden sind, wichtige Beiträge zum Erhalt des Friedens und der Sicherheit in der Welt leisten“, lässt sich das Stadtoberhaupt in der Presse zitieren.

Das Gegenteil ist der Fall. Mit Militär schafft man weder Frieden noch Sicherheit. In Rostock soll ein NATO-Hauptquartier für die Ostsee entstehen. Es soll einen kompletten NATO-Flottenverband führen, bei Bedarf aber auch für Einsätze im Rahmen der EU genutzt werden können. Da im Ostseeraum immer mehr Konfrontationen aufgebaut werden, werden im Bedarfsfall von hier aus irgendwann auch Kriege in der Ostsee gelenkt. Und die offizielle Stadtpolitik macht mit!

Gleichzeitig sollte sich diese Konferenz in die Feiern zum 800. Stadtgeburtstag einreihen. Genau zu diesem Zeitpunkt werden die militaristischen Traditionen der Stadt hervorgeholt. Die 800-jährige Stadtgeschichte, der touristische Anziehungspunkt Rostock und das friedliche Seglerfest der Hanse Sail können gern auf sie verzichten!

Zur Pflege der militaristischen Traditionen Rostocks gehört auch der Kanonsberg. Er ist Teil der Stadtbefestigung und wurde vor Jahren abgeholzt, damit das Bild der Stadt als Festung wieder sichtbar wurde. Heute haben wir ihn mit den Fahnen und Transparenten der Friedensbewegung geschmückt. Denn wir wollen 2018 etwas anderes feiern: ein ziviles und friedliches Rostock. Wir erinnern an die Novemberrevolution, die vor 100 Jahren den Ersten Weltkrieg beendete und auch in Rostock ihren Widerhall fand. Marineangehörige gaben damals den Anstoß dazu. Sie verweigerten sich dem Krieg. Was tun Marineangehörige heute?

Nein zur Zusammenarbeit von Stadt und Marine!

Frieden schaffen ohne Waffen!

Für eine zivile und friedliche Hanse Sail!

Rostocker Friedensbündnis

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