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Friedenskonzert mit Kriegstrompeten? Unser Flyer zum Adventskonzert des Marinemusikkorps Kiel in der Kirche Warnemünde vom 7. Dezember 2016

In dieser Kirche sorgt heute ein Militärorchester, das Marinemusikkorps Kiel, für besinnliche Stimmung im Advent. Also, besinnen wir uns:

Die Deutsche Marine ist dieses Jahr 60 Jahre alt geworden. Mit 16.000 Mann ist sie die kleinste Teilstreitkraft der Bundeswehr, aber die größte Marine im Ostseeraum. Seit fast 25 Jahren ist sie wieder in Kriegsgebieten unterwegs. Das prägt sie. Ihre Schnellboote, die für die Randmeer-kriegsführung im Ostseeraum bestimmt waren, wurden ausgemustert. Größere Aufgaben locken:

Der Inspekteur der Marine legt in seiner „Wilhelmshavener Erklärung“ vom Februar 2016 für die nächsten Jahre drei Schwerpunkte fest: die NATO- und EU-„Nordflanke“ mit der Ostsee, die „Süd-flanke“ mit dem Mittelmeer sowie „globale Kenntnis und angemessene Präsenz mit Schwerpunkt im Indischen Ozean“. Überall soll sich die Deutsche Marine tummeln – Küstenwachen schulen, Präsenz im östlichen Mittelmeer und im Persischen Golf zeigen, Handelswege freihalten, bei der Flüchtlingsabwehr mitmachen und bald wohl noch mehr. Strategisch interessant: der Syrienkonflikt, die Konfrontation mit Russland im Ostseeraum und die Nähe zu China im Indischen Ozean. Der Inspekteur der Marine äußert schon mal vorausschauend seinen Stolz darauf, dass man all die Jahre an der Ausbildung zum „hochintensiven Kampf“ festgehalten hat, auch im Frieden.

Für alles das  braucht die Marine noch mehr Waffen. Fünf neue Korvetten sind geplant (schon die alten haben pro Stück 300 Millionen Euro gekostet),  dazu weitere Fregatten, sechs Mehrzweck-kampfschiffe, neue U-Boot-Jagd-Flugzeuge und neue Hubschrauber.

Für alles das braucht die Marine ein gutes Image. Das Schicksal des Fischkutters „Beluga“, der 1999 während eines Militärmanövers in der Ostsee sank, ist weiterhin ungeklärt. Für den Tod der Kadettin Jenny Böken 2008 auf dem Segelschulschiff „Gorch Fock“ übernimmt die Marine keine Verantwortung.

Und die Marine braucht weiterhin Menschen. Schätzungen zufolge fehlen für die neuen Schiffe 1.000 zusätzliche Kräfte. Dafür gibt es nicht nur die YouTube-Werbeserie „Die Rekruten“, die in der Marinetechnikschule Parow bei Stralsund spielt. Um Rekruten wird heute auch hier geworben. Was macht ein Militärorchester sympathischer, als wenn es „ganz zivil“ Weihnachtslieder spielt? Das heutige Konzert haben das Marinekommando und das Büro Hanse Sail ausgerichtet. Es findet in einer christlichen Kirche statt. Sie alle meinen: Beim Fest des Friedens sollen die den Ton angeben, die Krieg führen. Friedhof auf Erden?

Wir sind nicht dieser Meinung. Wir sagen:

  • Kein Werben fürs Töten und Sterben!
  • Schwerter zu Pflugscharen!
  • Frieden schaffen ohne Waffen!

Wir freuen uns, wenn Sie uns unterstützen.    

 

Rostocker Friedensbündnis 

Deutsche Friedensgesellschaft-Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) Mittleres Mecklenburg