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Kriege, Lügen, Whistleblowing: Ehemalige CIA-Analysten berichten (mit unserem Flyer)

Vortrags- und Diskussionsveranstaltung am Dienstag, 15. September 2015, um 19.00 Uhr im Peter-Weiss-Haus, Möckelsaal, Doberaner Str. 21, 18057 Rostock Ray McGovern und Elizabeth Murray haben jeweils fast dreißig Jahre als hochrangige Analysten bei der CIA und anderen US-amerikanischen Geheimdiensten gearbeitet. Ray McGovern war auf die Sowjetunion und die Staaten des Warschauer Vertrags spezialisiert und lange Jahre für das „Morning Briefing“ des US-Präsidenten zuständig. Elizabeth Murray analysierte insbesondere die Situation im Nahen und Mittleren Osten. Beide sind nun in der amerikanischen Friedens- und Bürgerrechtsbewegung aktiv. Sie sind Mitglieder der Gruppe „Veteran Intelligence Professionals for Sanity (VIPS)“ von ehemaligen US-amerikanischen Geheimdienstmitarbeitern. Die Gruppe entstand 2003 aus Protest gegen die Tatsache, dass der Überfall auf den Irak mit angeblichen Geheimdienstinformationen über Massenvernichtungswaffen in irakischer Hand begründet wurde, und widmet sich der Analyse und Kritik geheimdienstlicher Tätigkeit. In Deutschland ist die VIPS zum Beispiel mit einem Brief an Bundeskanzlerin Merkel gegen die Nutzung der US-Base Ramstein für den Drohnenkrieg hervorgetreten. Ray McGovern und Elizabeth Murray können auf zahlreiche Veröffentlichungen über das Verhältnis zwischen NATO und Russland, die Kriegspolitik gegenüber Irak, Syrien und Afghanistan, den Nahostkonflikt sowie über Aktivitäten von CIA und NSA verweisen. McGovern ist auch ein geschätzter Experte bei Computerspezialisten, die sich gegen Überwachung und für Informationsfreiheit einsetzen. Mehrere berühmte Whistleblower unserer Tage sind den beiden persönlich bekannt. McGovern ist Mitglied der Jury für den Sam-Adams-Award, einen Preis für moralische Integrität, der immer persönlich übergeben wird. In dieser Eigenschaft war er im Oktober 2013 bei Edward Snowden in Moskau. Ray McGovern und Elizabeth Murray haben zusammen den WikiLeaks-Gründer Julian Assange in seinem Asyl in der Botschaft von Ecuador in London besucht und waren Anfang des Jahres in Deutschland, um den ehemaligen Technischen Direktor der NSA William Binney, den ersten Zeugen vor dem NSA-Untersuchungsausschuss des Deutschen Bundestages, auszuzeichnen. Vortrag und Diskussion werden ins Deutsche übersetzt. Der Eintritt ist frei.

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