Sie sind hier

Aufruf zum Weltfriedenstag 2015 in Rostock

Der 1. September ist der Tag, der an den faschistischen deutschen Überfall auf Polen 1939 und damit die Auslösung des Zweiten Weltkriegs erinnert. In diesem Jahr, 70 Jahre nach 1945, denken wir auch an die Befreiung vom Faschismus, die diesen Krieg beendete. Frieden zu fordern, ist besonders an diesem Tag nötig. Denn die Lehren aus der Geschichte sind nicht gelernt.

„Wer noch einmal ein Gewehr in die Hand nehmen will, dem soll die Hand abfallen!“ Mit diesen Worten wird Franz Josef Strauß (CSU) aus dem Jahr 1949 zitiert. Aber das war nur der Populismus einer Rede im Wahlkampf zum ersten Deutschen Bundestag. Bald erfolgte die Wiederbewaffnung der Bundesrepublik. Heute ist Deutschland das viertgrößte Waffenexportland und schickt wieder Bewaffnete in die Welt: angeblich in Friedensmissionen oder zu Ausbildungszwecken, in Wirklichkeit zur Durchsetzung ökonomischer und strategischer Interessen.

Und wir sind auch nicht befreit: Aus den Ländern, bei deren Zerstörung die bundesdeutsche Außenpolitik geholfen und damit auch Kräften wie dem IS den Weg bereitet hat, in die deutsche Waffen gehen und in denen sich die Bundeswehr „engagiert“, kommen Flüchtlinge zu uns. Hier gibt es viele Menschen, die ihnen helfen wollen. Aber hier werden sie auch mit Steinen beworfen, ihre Heime werden angezündet, in einer hessischen Kleinstadt wurde eine geplante Flüchtlingsunterkunft mit Schlachtabfällen von Schweinen beschmiert, ausländerfeindliche Hetze wird verbreitet. Hier tobt sich eine Gesinnung aus, die man viel zu lange hat gewähren lassen. Hatte man den NSU noch als isoliertes Trio schönzureden versucht, kann man jetzt nicht mehr leugnen, was mit Pegida nach oben geschwappt ist: die Ideologie des Faschismus. Sie versucht, in alle Lebensbereiche einzudringen und auch die Friedensbewegung zu unterwandern.

Noch ist das aber die Minderheit. Es macht Mut, zu sehen, wie das Verständnis der meisten Menschen für die Lage der Flüchtlinge tagtäglich der offiziellen Politik Lehren erteilt. Viele von diesen Menschen werden sich auch die Frage gestellt haben, warum so viele Flüchtlinge kommen. Sie brauchen wir in der Friedensbewegung.

Daneben beschäftigen uns an diesem Tag weitere Themen: die NATO-Russland-Konfrontation an den Grenzen der EU und Chancen für eine friedliche Zukunft; der Einsatz gegen Atomwaffen und das Leben in einer Welt ohne die tägliche Bedrohung durch sie; Rostock als Marinestandort und Möglichkeiten der zivilen Nutzung von militärisch genutzten Flächen, Materialien und Arbeitsplätzen; der Werbefeldzug der Bundeswehr in Schulen und Sportvereinen; und andere mehr.

Kommt am Dienstag, dem 1. September, um 16 Uhr auf den Rostocker Universitätsplatz zu Informationsständen, Reden und Musik!
Unter den Rednern werden sein:
Thomas Fröde, Geschäftsführer der Region Rostock-Schwerin des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB)
Prof. Dr. Wolfgang Methling, langjähriger Politiker der Partei Die Linke
Vertreter der Friedensinitiative Bad Kleinen
Es spielen die Zartgesottenen Melodealer mit einem bissigen Liederprogramm gegen den Krieg.

Gegen die Flüchtlingspolitik der EU!
Gegen das Wiederaufkommen des Faschismus!
Gegen die tägliche Militarisierung!
Für eine friedliche, zivile und gerechte Welt!

Rostocker Friedensbündnis
Regionalgruppe Mittleres Mecklenburg der Deutschen Friedensgesellschaft-Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK)