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Aufruf zum Weltfriedenstag: Gegen Kriegsvorbereitungen! Gegen Militarisierung! Für eine friedliche und zivile Entwicklung!

Wieder wird ein Krieg herbeigelogen. Für die Feststellung, dass in einem Vorort von Damaskus Giftgas eingesetzt wurde, braucht man keine UNO-Beobachter. Das konnten bereits die „Ärzte ohne Grenzen“ bestätigen. Die UNO-Beobachter dienen nun als Feigenblatt für die Absichten der Kriegstreiber. Sie sollen das Beweismaterial für den Militärschlag liefern. Wer das Gift eingesetzt hat, sollen sie nicht untersuchen. Dafür haben sie kein Mandat. Aber selbst wenn sie es hätten: Die, die jetzt in den Startlöchern lauern, um gegen die syrische Regierung loszuschlagen, haben gar nicht vor, einen Sicherheitsratsbeschluss der UNO abzuwarten. Lieber verkaufen sie uns für dumm: Wer glaubt denn, dass die Regierung Assad unter den Augen der Weltöffentlichkeit Chemiewaffen anwendet, wo sie doch die „rote Linie“ genau kennt, jenseits derer seit Jahr und Tag mit einem Angriff gedroht wird? Der Überfall auf den Irak begann mit ebensolchen Lügen. Er ist jetzt zehn Jahre her. Nicht lange genug!

Aber es gibt einen Unterschied: Deutschland ist diesmal besser im Geschäft. Die damalige Bundesregierung verweigerte nach außen hin die Mittäterschaft und förderte heimlich die Invasion durch die Gewährung von Überflugrechten und logistischer Unterstützung. Die offizielle Bundesrepublik 2013 dagegen hat ein Eingreifen bereits begrüßt. Sie fordert zur internationalen Geschlossenheit auf, vor allem die Sicherheitsratsmitglieder, die vor einem Flächenbrand im Nahen Osten warnen. Gemeinsam in den Krieg! Das ist der Traum von einer gelingenden NATO- und EU-Strategie pur. Und gerade in diesen Tagen werden die ersten deutschen Puma-Panzer in den Arabischen Emiraten auf Wüstentauglichkeit getestet. Was bedeutet das für die kommenden Jahre?    
Wir wollen wissen, wie die Verantwortlichen für den Giftgaseinsatz von Damaskus ihr mörderisches Spiel mit dem Leben tausender Zivilisten rechtfertigen. Wir wollen wissen, wie sie den Tod von über dreihundert Menschen begründen. Es muss sich sehr lohnen, wenn man mit einem solchen Aufwand einen Krieg erzwingen will. Wir wollen wissen, wer dahintersteht, wem es nützt, wer davon profitieren wird!
Und wir wollen wissen, ob die Patriot-Raketen aus Mecklenburg-Vorpommern, die an der Grenze zwischen der Türkei und Syrien stehen, in diesem Spiel eine Rolle spielen sollen. Unsere Region exportiert ja inzwischen Kriegsgerät und Soldaten weltweit. Am wenigsten gefährlich sind dabei noch die Korvetten. Bei Schießübungen während eines Manövers haben sie ihre neue Bewaffnung im Meer versenkt – zwei Raketen für eine Million Euro pro Stück. Das sind Steuergelder. Wir profitieren nicht!
Aber das wird uns eingeredet. Rostock als „Heimathafen“, als „Hauptstadt“ der Deutschen Marine, wie es sich nach der Einrichtung des Marinekommandos 2012 nennt, soll stolz sein: Es bekommt Ruhm, Ehre und Arbeitsplätze. Alles das ist aber im militärischen Bereich nicht nachhaltig. Mecklenburg-Vorpommern ist nach wie vor ein Billiglohnland. Es gibt medizinische Unterversorgung. Es herrscht Lehrermangel – wenn natürlich nicht Jugendoffiziere die Stunden vertreten und die neuen Rekruten für die Interventionsarmee Bundeswehr schon einmal auf ihre künftigen Aufgaben einstimmen!
Noch etwas in eigener Sache: Die Friedensbewegung bereitet sich in diesen Monaten auf das Jahr 2014 vor. Dann wird sich der Beginn des Ersten Weltkriegs zum hundertsten Mal jähren. Wir wollen verhindern, dass die EU bei dieser Gelegenheit wieder einmal ihr Loblied auf sich selbst singt. Es ist nicht wahr, dass sie die Lehren aus den Kriegen der Vergangenheit gezogen und in Europa Frieden geschaffen hat. Viele europäische Länder sind heute im Krieg, auch Deutschland, und wo sie zusammenarbeiten, streben sie danach, das Wirtschaftsbündnis EU als Militärmacht zu stärken. Wir in Rostock wollen auch darauf aufmerksam machen, welche politischen Folgen der Erste Weltkrieg hatte: Matrosenaufstände, eine Revolution und gesellschaftliche Umwälzungen. Dafür ist hier ein guter Ort und es ist auch nicht nur unsere eigene Sache. Wir möchten das Wissen vieler Rostockerinnen und Rostocker dafür nutzen und mit ihnen zusammenarbeiten. Wer sich beteiligen will, ist also herzlich willkommen!
Kommt zum Weltfriedenstag auf den Universitätsplatz! Am Sonntag, dem 1. September, ab 15 Uhr stehen dort unsere Informationsstände und es spielen die „Zartgesottenen Melodealer“. Um 16 Uhr beginnt unsere Kundgebung. Prof. Dr. Wolfgang Methling, Kreisvorsitzender der Partei Die Linke, und weitere Redner werden sprechen. Seid dabei und protestiert zusammen mit uns:
Gegen Krieg im Nahen Osten und weltweit!
Gegen Kriegspropaganda!
Gegen die fortschreitende Militarisierung der Gesellschaft!
Für eine friedliche und zivile Entwicklung der Region!
Für den Frieden!
 
Rostocker Friedensbündnis
DGF-VK-Regionalgruppe Mittleres Mecklenburg