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Rostocker Ostermarsch 2013: unser Aufruf

Schnee und Eis, Kälte und Wind: Wie Ostern sieht das Wetter diesmal nicht aus. Trotzdem, unseren Ostermarsch wird man bestimmt erkennen! Er beginnt an einem Stein des Anstoßes: einem Gedenkstein für ein Kriegsgefangenenlager, dem noch die Inschrift fehlt. Kriegsgefangene aus mehreren Ländern wurden hier gezwungen, für den faschistischen deutschen Krieg und seine Rüstungsindustrie zu arbeiten. Wir wollen, dass aller Gruppen von Gefangenen in diesem Lager gleichermaßen gedacht wird. Bisher war kaum bekannt, dass es hier ein Lager gab. An diesem Kundgebungsort werden wir viel Neues erfahren. Und der Ostermarsch wirkt weiter: Unser kritischer Standpunkt zur Rolle der Ernst-Heinkel-Flugzeugwerke im Stadtmarketing des heutigen Rostock soll durch diese Informationen ergänzt und nach dem Ostermarsch veröffentlicht werden. Macht mit!   

Die Erinnerung an dieses Lager ist Teil der Anerkennung der Tatsache, dass in Hohe Düne Rüstung und Militär zu Hause sind. Auf unserem Weg vom Gedenkstein zum Haupttor des Marinestützpunktes können wir einen Blick auf die aggressivsten Kriegsschiffe der NATO werfen. Das Korvettengeschwader ist jetzt komplett und wird nicht lange zu Hause bleiben. Die Kriegsschauplätze überall auf der Welt warten und die Bundesrepublik Deutschland will mitmischen! Mecklenburg-Vorpommern hat bundesweit die höchste Militärdichte. Mit diesem Stützpunkt und dem Marinekommando ist Rostock seit 2012 „Heimathafen der Deutschen Marine“. Die Rüstungsindustrie folgt nach. Für uns ist diese militärische „Beförderung“ Rostocks kein Grund zum Stolz. Sie zeigt, dass zivile und friedliche Perspektiven für die Region nicht ernsthaft gesucht werden. Der ständig fortschreitenden Militarisierung von Stadt und Region gilt unser Protest!
Zum Abschluss beim „Teepott“ in Warnemünde laden wir in Zusammenarbeit mit der Organisation „handicap international“ zur Teilnahme an einer weltweiten Aktion gegen Minen und Streubomben ein: „Zeig dein Bein für eine Welt ohne Minen!“ Die Teilnehmer können sich fotografieren oder fotografieren lassen und eine Petition unterschreiben. Näheres hier: www.zeigdeinbein.de. Seid dabei!
Frühling heißt Veränderung! Von unserem Ostermarsch soll die Gewissheit ausgehen, dass wir etwas verändern können. Kommt mit! Jeder kann mitkommen, ob mit dem Rad oder zu Fuß. Die Kundgebungsorte in Hohe Düne sind mit dem Bus erreichbar, also keine Bedenken gegen Schnee, lange Wege und bockige Drahtesel!
Wir treffen uns um 11 Uhr auf dem Parkplatz am Fähranleger Hohe Düne. Kundgebungen sind:
11.30 Uhr am Gedenkstein für das Kriegsgefangenenlager (Bushaltestelle: „Strand“)
12 Uhr vor dem Haupttor der Kasernenanlage Hohe Düne
14 Uhr beim „Teepott“, mit Aktion gegen Minen und Streubomben
 
Wir sehen uns Ostersonnabend in Hohe Düne und Warnemünde!
Gegen Rostock als Militärstandort, für eine antifaschistische Erinnerungskultur und eine Zukunft ohne Rüstung und Krieg!