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Diskussionsveranstaltung über Militarisierung von Schulen und Hochschulen

„Ist die Zivilklausel ein Papiertiger?“ Solche starken Fragen kommen zurzeit aus Bremen. Nicht, dass man sich dort mit Zivilklauseln nicht auskennen würde: Die Zivilklausel der Uni Bremen datiert von 1986 und wurde von ihrem Akademischen Senat gerade erst mit großer Mehrheit erneut bestätigt. Anlass dazu war die Forderung eines Rüstungsunternehmens, für seine Finanzierung einer Stiftungsprofessur im Gegenzug die Zivilklausel zu ändern. Nun machen aber Informationen die Runde, die Uni habe bereits selbst mehrfach gegen ihre Zivilklausel verstoßen. An den Reaktionen ist abzulesen, wen das tatsächlich interessiert, und man sollte fragen, warum das so ist und warum jetzt. Daraus ergeben sich Fragen wie: Mit welchen Argumenten möchten Gegner Zivilklauseln verhindern? Gibt es Zusammenhänge mit dem vielgepriesenen Konzept der Hochschulautonomie? Welche gesellschaftliche Bedeutung kommt einem solchen Punkt der „inneruniversitären Hausordnung“ zu und was macht man mit der Zivilklausel, wenn sie einmal da ist? 

Wie sieht es in MV aus? Eine Grundordnung mit Zivilklausel konnte passieren, der erste Antrag auf Aufhebung der Kooperationsvereinbarung Bildungsministerium-Bundeswehr im Landtag ist aber gescheitert. Weitere Fragen tun sich auf: Ist der Unterschied zwischen Militarisierung von Hochschulen und Militarisierung von Schulen ein realer oder ein propagandistischer? Gibt es Zusammenhänge mit der ökonomischen Situation des Landes – und läge darin eine Entschuldigung? - , mit Bildungskonzepten und so einem Begriff wie „Menschenbild“? Und schließlich: Wird es Beiträge aus Rostock zu der bundesweiten Aktionswoche der Friedensbewegung gegen die Militarisierung von Bildung geben, zu der für September aufgerufen wird?
Eine Veranstaltung der GEW-Hochschulgruppe und der AG Bildungskeller in Kooperation mit dem Rostocker Friedensbündnis.
Termin: Dienstag, 22. Mai 2012, 20 Uhr, Bildungskeller; Koordinaten und zeitliches Drumherum hier: