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Rostocker Technikmuseum nicht ohne friedenspolitische Expertise (Pressemitteilung des Rostocker Friedensbündnisses vom 3.3.2010)

In der vergangenen Woche hat die Stadt Rostock zur öffentlichen Diskussion ihres Museumskonzepts aufgerufen. Das Rostocker Friedensbündnis bietet seine Mitarbeit bei der Konzipierung des geplanten Museums für maritime Technik an. Dieses Museum soll unter anderem die Geschichte der lokalen Flugzeugindustrie in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts darstellen. Diese Zeit ist gekennzeichnet durch die deutschlandweite unternehmerische Aktivität des Flugzeugbauers Ernst Heinkel, des Begründers der Heinkel-Werke, eines späteren Nationalsozialistischen Musterbetriebs mit umfangreicher Ausbeutung von Kriegsgefangenen und Zwangsarbeitern.

Unser Bündnis hat sich bereits im Prozess der Benennung des Rostock-Laager Flughafenterminals nach den Heinkel-Ingenieur Hans Joachim Pabst von Ohain, einem der Erfinder des Strahltriebwerks, in den Jahren 2004 und 2005 kritisch engagiert und unter anderem einen Reader mit Materialien zum Thema erarbeitet. Wir haben zu jeder Zeit darauf hingewiesen, dass die Stadt Rostock mit einem Namen und einer Rüstungsindustrietradition aus der faschistischen Vergangenheit für die Region als Technologiestandort wirbt. Gleichzeitig machen wir darauf aufmerksam, dass unter unter ebendiesem Vorzeichen in der Stadt gegenwärtig wieder Rüstungsfirmen und solche mit starker Rüstungssparte angesiedelt werden.

Wir werden uns dafür einsetzen, dass dieser Zusammenhang in der Konzeption des Museums eine angemessene Berücksichtigung erfährt.