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Artikel der Initiative Ilja Ehrenburg für den >Rostocker Blitz<

Mit dem Folgenden nimmt die Initiative Ilja Ehrenburg Stellung zu einer Diskussion über Ilja Ehrenburg auf den Leserbriefseiten der Anzeigenzeitung >Rostocker Blitz< der letzten Wochen. Bedauerlicherweise hat sich die Zeitung nicht in der Lage gesehen, die Erklärung ungekürzt und als Artikel zu veröffentlichen. Wir möchten Ihnen und Euch daher auf diesem Wege das zukommen lassen, was die Leser des >Rostocker Blitzes< hätten lesen sollen. Weitere und detailliertere Auskünfte geben wir gern:

Ehrenburg bleibt!

Einige in den letzten Wochen auf den Leserbriefseiten im >Rostocker Blitz< geführte Diskussionen stoßen auf Unverständnis. 2009 gab es in Rostock eine Ausstellung über Ilja Ehrenburg. Im Begleitprogramm fand eine Diskussion mit Kommunalpolitikern statt. Im Anschluss wurde die Ausstellung in Kopenhagen gezeigt. 2007-2008 informierte eine Veranstaltungsreihe über den sowjetischen Schriftsteller und Publizisten und seine Zeit. Vorausgegangen war ein Offener Brief an die Stadt mit der Forderung nach Verteidigung des Straßennamens, den bundesweit, aber auch international viele Menschen unterschrieben haben. Initiator war die 2007 gegründete Initiative Ilja Ehrenburg.

Und trotzdem werden immer wieder die ewig gleichen Vorwürfe erhoben: Ehrenburg habe zum unterschiedslosen Töten Deutscher aufgerufen, zu Vergewaltigungen gehetzt, sei Stalins Propagandist gewesen. Um es deutlich zu sagen: Diese Unterstellungen entstammen der Goebbels-Propaganda. In ihrem Namen verüben Faschisten seit Jahren immer wieder Anschläge auf das Straßenschild. Dass Ehrenburg den Satz >Brecht mit Gewalt den Rassehochmut der germanischen Frauen, nehmt sie als rechtmäßige Beute!< nie geschrieben hat, beweist ein Gutachten des Instituts für Zeitgeschichte München, das uns vorliegt. Unsere Initiative unterstützt den Leserbrief von C.Fischer, der dies anspricht, in allen Punkten. Rostock kann stolz sein, diesen Straßennamen bewahrt zu haben. Ilja Ehrenburg war ein international bedeutender Literat, ein Friedenspolitiker aus Berufung und ein unermüdlicher Kämpfer gegen den Faschismus. Gerade 2010, zum 65. Jahrestag der Befreiung vom Faschismus am 8. Mai, ist es wichtig, daran zu erinnern.

Für jede und jeden, die sich informieren möchten, bieten wir an: ausführliche Informationen auf unserer Webseite http://www.rostocker-friedensbuendnis.de/initiative-ilja-ehrenburg, Vorträge und Lesungen aus literarischen Werken und Original-Kriegsartikeln, unser Faltblatt über Leben und Werk Ilja Ehrenburgs. Unsere Kontaktadressen: Initiative Ilja Ehrenburg, c/o Rostocker Friedensbündnis, Postfach 10 82 40, 18012 Rostock, Email: rostocker-friedensbuendnis@web.de. Wir verweisen auch auf eine neue Kampagne zum 65. Jahrestag: http://befreiung.blogsport.de/

Initiative Ilja Ehrenburg, Rostock

(Datum der Veröffentlichung auf dieser Seite: 21.7.10)