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Pressemitteilung zur Indienststellung der >>Magdeburg<<

Pressemitteilung des Rostocker Friedensbündnisses vom 19. September 2008:

Zweite Korvette wird in Dienst gestellt, Korvettengeschwader dekoriert: Verbundenheit von Hochrüstung und Sozialabbau

Am Montag, dem 22. September 2008, wird auf dem Marinestützpunkt Rostock-Hohe Düne die zweite Korvette der Klasse K130, die >>Magdeburg<<, in Dienst gestellt. Während die erste Indienststellung sich noch mit dem Parlamentarischen Staatssekretär beim Bundesminister der Verteidigung Thomas Kossendey begnügen musste, wird dieses Spektakel unter Anwesenheit von Verteidigungsminister Franz Josef Jung selbst zelebriert. Ihm sekundieren der Befehlshaber der Flotte, Hans Joachim Stricker, und der Inspekteur der Marine, Wolfgang Nolting. Die neue deutsche Großmachtpolitik bietet hochrangige Akteure auf, um ihre maritimen Instrumente in Szene zu setzen.

Die Korvetten sind die derzeit modernsten Schiffe der NATO, optimiert für den weltweiten Einsatz. Mit ihren High-Tech-Ausstattung, Tarnkappeneigenschaften, Minenlegekapazitäten und vier landzielfähigen Marschflugkörpern von 200 km Reichweite sind sie eindeutige Angriffswaffen.

Das Land Mecklenburg-Vorpommern, das schon die ersten Patriot-Raketen im Osten der BRD und das erste Eurofightergeschwader stationierte und von dem aus die deutsche Schnellbootflottille das so genannte >>robuste Mandat<< vor der Küste des Libanon wahrnimmt, holt sich jetzt mit dem Korvettengeschwader die derzeit aggressivsten Kriegsschiffe der NATO.

Mehr als das: Aus Anlass dieser Indienststellung will der Ministerpräsident des Landes, Harald Ringstorff, das waffenstarrende Ritual ergänzen und in bester militaristischer Tradition an das Korvettengeschwader das Fahnenband des Landes Mecklenburg-Vorpommern verleihen. Wie es die Marine ausdrückt, soll dieser Akt die >>über Jahre gewachsene Verbundenheit von Marine und Region<< symbolisieren. Dieses Fahnenband wird verliehen an die Teilstreitkraft, die für den Ausbau ihrer Strukturen in diesem Bundesland Millionen von Euro gebunden hat und im Vergleich zu den anderen Teilstreitkräften die meisten Soldaten in Auslandseinsätze schickt. Es wird verliehen in einer Region, in der mit hochmoderner Luft- und Raumfahrtforschung und -industrie alle Potenzen für weitere Rüstung konzentriert werden. Es wird verliehen im Namen des Bundeslandes mit den bundesweit niedrigsten Einkommen und der bundesweit höchsten Zahl in Armut lebender Kinder.

Diese militaristische Zeremonie symbolisiert
die >>gewachsene Verbundenheit<< von Hochrüstung und Sozialabbau,
die >>gewachsene Verbundenheit<< von Rüstungswahn und Kinderarmut
sowie die >>gewachsene Verbundenheit<< von Militarisierung und Staatsverschuldung.

Mit diesem >>Segen<< des Landes sollen die Korvetten zu ihren Angriffsmissionen aufbrechen. Nicht im Interesse der Bevölkerung dieses Landes!

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