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Zum Hiroshimatag: Grußwort des Rostocker Friedensbündnisses an die Hiroshima Gruppe Wien

 

 Liebe Freundinnen und Freunde,

zum Hiroshimatag 2008 grüßen wir Euch sehr herzlich aus Rostock. Wir danken Euch, dass Ihr uns eingeladen habt, mit einem Grußwort zum Wiener Hiroshimatag beizutragen.

Die bundesdeutsche Friedensbewegung bereitet sich gerade auf ihre diesjährigen Aktionen Ende August in Büchel in Rheinland-Pfalz vor. Dort sind im NATO-Rahmen der >>Nuklearen Teilhabe<< etwa 20 US-Atombomben gelagert und Bundeswehrsoldaten werden an ihnen ausgebildet. In den letzten Wochen wurden Sicherheitsmängel bei der Lagerung festgestellt und breit diskutiert; selbst das hat die offizielle Politik unseres Landes aber bisher noch nicht veranlasst, ihre Haltung zu diesen Waffen und ihrer Stationierung in der Bundesrepublik zu überprüfen.

Mit Militärstandorten haben auch wir, das Rostocker Friedensbündnis, unsere Erfahrungen. Ein Teil des sogenannten Bombodroms, eines Militärgeländes, das zum NATO-Luft-Boden-Schießplatz ausgebaut werden soll, reicht in das Bundesland Mecklenburg-Vorpommern hinein. Wenn es zur Inbetriebnahme des Bombodroms kommen sollte, sollen deutsche Soldaten dort nach Vorstellungen der Bundeswehr auch das Verfahren für den Abwurf taktischer Atomwaffen üben.

Unser Bündnis leistet auch Beiträge zur Arbeit der Initiative Ilja Ehrenburg, die gegen Pläne zur Umbenennung der Rostocker Ilja-Ehrenburg-Straße eintritt und das Gedenken an den sowjetischen Schriftsteller und Publizisten fördert. Ilja Ehrenburg war Vizepräsident des Weltfriedensrates und einer der Initiatoren des Stockholmer Appells von 1950. Hunderte Millionen Menschen auf der ganzen Welt gaben damals ihre Unterschrift für die Forderung nach einem absoluten Verbot von Atomwaffen und der Ahndung eines Atomwaffeneinsatzes als Kriegsverbrechen; Ehrenburg selbst, der über reiche internationale Kontakte verfügte, bat Schriftstellerkollegen aus >>dem Westen<< mit eindringlichen, persönlichen Worten, diesen Appell zu unterstützen.

Und wirklich: Jahrzehntelang galt der Gedanke an einen tatsächlichen Einsatz von Atomwaffen als Tabu. Heute dagegen sind Atomwaffen wieder zu einem scheinbar normalen Gegenstand politischen Kalküls geworden. Mit der Anschuldigung, Atomwaffenprogramme zu verfolgen, werden je nach geostrategischen Interessen Feindbilder aufgebaut. >>Begrenzte<< Atomschläge werden ohne Umschweife in Betracht gezogen. Und nicht nur das: Von denselben Strategen wird Uranmunition eingesetzt, aller Wahrscheinlichkeit nach auch in Afghanistan, wo auch die BRD immer stärker militärisch wirksam wird.

Es ist gut, dass Ihr die Erinnerung daran bewahrt, was Atomwaffen bereits vor mehr als einem halben Jahrhundert angerichtet haben. Atomwaffen sind ein Symbol für die Vernichtung des Lebens, die jeder Krieg bewirkt. Die Kräfte, die im Namen ihrer Interessen Kriege entfesseln, zu benennen und uns gegen jeden Krieg zu engagieren, ist uns im Namen der Opfer von Hiroshima und Nagasaki Verpflichtung und gemeinsames Anliegen.

Wir wünschen Euch eine erfolgreiche Veranstaltung und würden uns freuen, wieder von Euch zu hören!

Rostocker Friedensbündnis

 

Über die Hiroshima Gruppe Wien und ihre Aktionen zum Hiroshimatag (aus dem Aufruf zum Hiroshimatag 2008):

Liebe Friedensfreundinnen! Liebe Friedensfreunde!

Die Wiener Friedensbewegung wird auch heuer wieder gemeinsam mit der
Hiroshima Gruppe Wien ihre traditionelle Veranstaltung zum Gedenken an
die Opfer der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki durchführen.

Der kürzlich veröffentlichte Bericht des Friedensforschungsinstitutes
Stockholm (SIPRI) zeigte deutlich, dass die Aufrüstung in allen
Bereichen weitergeht. Nur mit gesellschaftlichem Einsatz kann die
dringend notwendige Rüstungskontrolle und Abrüstung durchgesetzt werden.

Die Lehre aus Hiroshima und Nagasaki hat traurige Aktualität: Die
Warnung von Expertinnen und Experten, die Gefahr eines Atomkrieges sei
noch nie so groß gewesen, bedeutet, dass unser Engagement für eine
Welt ohne Atomwaffen und ohne Krieg notwendiger denn je ist!

Die Hiroshima-Veranstaltung beginnt am Mittwoch, 6. August 2008 ab 17.00
Uhr auf dem Wiener Stephansplatz und wird mit einem Laternenmarsch zum
Teich vor der Karlskirche um ca. 20.30 Uhr abgeschlossen.

Im Rahmen der Aktion wollen wir wie in den Vorjahren die
Grussbotschaften als Zeichen unseres gemeinsamen Eintretens fuer eine
atomwaffenfreie Welt praesentieren.

Informationen im Internet: http://www.hiroshima.at