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"Mit diesem Schiff kann man in der Liga der Großen mitspielen." (Fregattenkapitän J. Schmidt-Thomée)

Zusammenstellung zur Ausstattung, Aufgaben, Bewaffnung und den Kosten der Korvetten der K130-Klasse.

Ausstattung und Aufgaben

Die 89 Meter langen hochseegängigen Korvetten mit ihren 58 Mann Besatzung sind laut Marine zur „Operationsführung in heimatfernen Randmeeren und Küstengewässern“ (Zitat aus dem Bundeswehrplan 2008) vorgesehen. Dementsprechend haben sie eine hohe Ausdauer auf See (ohne Tender 7, mit Tender 21 Tage) und erschweren mit ihrer Tarnkappen-Eigenschaft die Erfassung mit Radar- und Infrarotbeobachtung. In den Dokumenten der Bundeswehr selbst werden die Korvetten den "Eingreifkräften" zugeordnet. Im Weißbuch der Bundeswehr von 2006 heißt es: "Mit den Korvetten K130 verbessert die Marine künftig ihre Durchsetzungs- und Durchhaltefähigkeit. Die Korvetten werden zur präzisen Bekämpfung von Landzielen befähigt sein und damit streitkräftegemeinsame Operationen von See unterstützen." (Bundesministerium für Verteidigung, Weißbuch 2006, S. 124)

Mit den Korvetten setzt die Deutsche Marine die Kanonenbootpolitik der kaiserlichen deutschen Marine fort. Die Tradition reicht bis zum Namen der Korvette: Das Vorbild der Korvette "Braunschweig" ist die S.M.S. "Braunschweig" von 1902, die mit ebenfalls vier Schwesterschiffen und mit den damals modernsten Schnellladekanonen für den deutschen Imperialismus im Kriegseinsatz war.

Bewaffnung

Die Korvetten werden neben Kurzstreckenraketen mit dem Marschflugkörper RBS 15 Mk3 bewaffnet. Die Marschflugkörper haben eine Reichweite von 200 km, auf welcher sie ihren 200-kg-Sprengkopf zur Detonation bringen können.

Jede der fünf Korvetten wird mit vier dieser Marschflugkörper bestückt. Insgesamt sind 60 Exemplare bestellt worden. Damit werden die meisten Hauptstädte der Küstenländer Afrikas aus sicherer Entfernung beschießbar, aber  z.B. auch Damaskus und Pjöngjang geraten in die Reichweite der deutschen Marine.

Der Kommandeur des 1. Korvettengeschwaders, Fregattenkapitän Johannes Schmidt-Thomée, in der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (14.4.2008): "Mit diesem Schiff kann man in der Liga der Großen mitspielen."

Kosten

Die Entwicklung von 5 Korvetten der K130-Klasse wurde im Dezember 2001 in Zeiten von Rot-Grün in Auftrag gegeben. Im aktuellen Bundeswehrplan 2008 werden die Korvetten mit jeweils 300 Millionen EUR Anschaffungskosten angegeben. Zu den Anschaffungskosten kommen die laufenden Betriebs- und Instandhaltungskosten. Zudem wurden seit 2000 mindestens 40 Millionen Euro in den Ausbau des Marinestandortes Hohe Düne investiert.

(RFB, Stand: 15. April 2008)