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Redebeitrag der Friedensinitiative Bad Kleinen zum Rostocker Ostermarsch 2008

Deutsche Soldaten an die Front !!! Dieser Ruf kommt nicht nur aus den USA und dem NATO-Hauptquartier, sondern wird trotz gegenteiliger Beteuerungen von der deutschen Regierung mit Eifer auch Schritt für Schritt umgesetzt.

Entgegen aller Vernunft und dem deutlichen Mehrheitswillen des deutschen Volkes hatten die Abgeordneten des Deutschen Bundestages, außer den Linken, im Herbst 2007 für die Fortsetzung der Beteiligung der Bundeswehr am NATO-Einsatz ISAF, einschließlich der Tornadoeinsätze in Afghanistan, gestimmt. Beruhigt wurden zweifelnde Abgeordnete aus anderen Parteien immer wieder damit, dass das Mandat ja nur der Sicherung des friedlichen Aufbaus diene. Trotzdem versagte die sogenannte Schutzmacht, als in ihrem Bereich 61 Schulkinder und 16 Abgeordnete bei einem Anschlag starben.

Bekannt war , dass seit dem Einsatz deutscher Tornados für die Aufklärung die Anzahl der NATO-Angriffe und die der zivilen Opfer stark angestiegen waren (im ersten Halbjahr 2007 mehr als 314, nach offiziellen Angaben).

Bekannt war auch, dass mit der Weiterführung der Einsätze unweigerlich eine schrittweise Ausweitung der Beteiligung an den Kämpfen im Süden des Landes verbunden ist, in die jetzt schon deutsche Fernmeldetechniker, Tornados, Transallmaschinen für Lufttransporte und Berater einbezogen sind. Ab Juli wird jetzt eine deutsche Kampftruppe von 200 Mann vorerst im Norden agieren.

Mit der Ausweitung der deutschen Kriegseinsätze in Afghanistan wird auch die Anzahl toter deutscher Soldaten ansteigen. Das wusste Herr Struck schon, als er noch Verteidigungsminister war und nicht nur die Bereitstellung von Geldern für diese Fälle forderte, sondern auch ein Ehrenmal beantragte, das den gefallenen "Helden" gewidmet werden soll. Neuerdings wird in den offiziellen Medien auch über die Wiedereinführung des "Eisernen Kreuzes" für die Tapferen nachgedacht. So soll das Sterben leichter gemacht werden.

Für die Mitglieder unserer Friedensinitiative in Bad Kleinen wird es unverständlich bleiben, wie Abgeordnete, die den Eid geschworen haben, Schaden vom unserem Volk abzuwenden, deutsche Soldaten bedenkenlos und vorsätzlich in den möglichen Tod schicken.

Es gab da mal eine deutsche Nationalhymne, deren 2. Strophe mit den Worten endete: "... Laßt das Licht des Friedens scheinen, daß nie eine Mutter mehr ihren Sohn beweint".

Eine Mutter, die vier Kindern das Leben schenkte, fragte in einer Leserzuschrift an das ND u.a.:

"...

- Wer darf den Müttern, die ihre Kinder in Liebe aufzogen, ihre Söhne nehmen, um sie in fremden Ländern sterben zu lassen ?

- Wer darf unseren Söhnen befehlen, die Kinder anderer Mütter zu töten ? Wer lädt ihnen diese Schuld auf ?

- Wie viele Kinder verhungern täglich, weil Milliarden für die Produktion von Mordwerkzeugen ausgegeben werden, statt für Trinkwasser und Brot?

Ein berechtigter Aufschrei geht durch die Medien wegen wiederholter Fälle von Kindstötungen in Deutschland. Mich als Mutter beschäftigt genauso die Frage, warum nicht der gleiche empörte Aufschrei zu hören ist, wenn unsere Kinder in den Krieg geschickt werden sollen."...