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Aktionswoche 1914-2014: unsere nächsten drei Veranstaltungen

Und unsere Aktionswoche geht weiter! Der morgige Tag lockt gleich mit zwei Veranstaltungen: einem Vortrag und einem Film, beide über wichtige politische Akteure der Zeit des Ersten Weltkriegs – die Sozialdemokratie und das Militär. Und am Freitag sind wir wieder open air im Einsatz, wenn die Bundeswehr versucht, die Hanse Sail für ihre Eigenwerbung zu nutzen. Im Einzelnen:

*Am Donnerstag, 7. August: Der Historiker Konstantin Brandt spricht über „Das Verhalten der SPD in den Jahren 1913-1919“ – ein problemträchtiges Thema, das aber in eine Auseinandersetzung mit dieser Zeit gehört. Veranstalter sind der RotFuchs-Förderverein und wir, Beginn ist um 16 Uhr, Ort das Mehrgenerationenhaus Evershagen, Maxim-Gorki-Str. 52.  
*Ebenfalls am Donnerstag, 7. August, zeigen wir zusammen mit der DFG-VK im Rahmen des Politischen Donnerstags im Peter-Weiss-Haus, Doberaner Str. 21, Geschichte im Film: „Der Streit um den Sergeanten Grischa“ (DDR 1968). Arnold Zweigs auf einer wahren Begebenheit fußender Roman von 1927, nach dem er gedreht wurde, war - noch vor Remarques „Im Westen nichts Neues“ - einer der ersten, die sich kritisch mit dem Ersten Weltkrieg auseinandersetzten: Ein russischer Kriegsgefangener wird zwischen den Mühlsteinen des Dünkels und der Bürokratie im kaiserlichen deutschen Heer zerrieben. Kurt Tucholsky schrieb in der „Weltbühne“ zum Erscheinen des Buches: „ … erschossen, weil Division und Oberkommando sich nicht riechen können, weil die beiden maßgebenden Offiziere sich im Aktengang anstänkern ... Grischa steht am grasigen Abhang und wird, du deutsches Gemüt, er wird ‚umgelegt‘. Da liegt er. Und es ist gar nichts. Ein Russe, du lieber Gott ... Arnold Zweig unsern Gruß! … Sanft hat er das getan, was im November durch die Schuld und das Unverständnis der Arbeiterführer versäumt worden ist: er hat einem seelenlosen Götzen die Achselstücke und die Knöpfe abgetrennt, nein, sie fallen von selbst ab, so gleichgültig sind sie ihm, und nackt und dumm steht das Ding da und glotzt mit blinden Augen in die Welt. Keine Sorge, die ‚Tradition‘ wird es schon wieder mit rauschendem Leben anfüllen und mit Blut. Mit dem Blut der andern.“ Im Anschluss besteht Gelegenheit zur Diskussion. Los geht es um 20 Uhr. Der Eintritt ist natürlich frei!
*Kundgebung zu den Tagen des Offenen Stützpunkts anlässlich der Hanse Sail unter dem Motto „Nein zur Militarisierung der Hanse Sail!“ am Freitag, 8. August: Mit diesem Thema knüpfen wir an die heutige Veranstaltung und an viele unserer Aktivitäten der letzten Jahre an. Die Bundeswehr hat auf der Hanse Sail nichts zu suchen! Ihre Präsenz dort wird aber offiziell noch weniger in Frage gestellt, seit das Marinekommando in Rostock ist. Militarisierung der Hanse Sail und Militarisierung der Region hängen zusammen. Auf der Kundgebung wird es also neben Flyerverteilen auch Neues über die Marine geben. Unser Kundgebungsort befindet sich vor dem Eingang zum Stützpunkt Hohe Düne, Beginn ist um 14 Uhr. Hin kommt man, wenn man nicht von der rechten Warnowseite kommt, ab Fähre Hohe Düne bequem mit dem Bus oder dem Rad oder man folgt den Hanse-Sail-Besuchern, die zu Fuß auf dem Weg zum Stützpunkt sind, und beginnt schon einmal, sie zu überzeugen, von ihrem Vorhaben abzulassen ; )