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6.8., Vernetzte Unsicherheit! Kein Krieg auf den Meeren! - Text unseres Flyers

Das Rostocker Rathaus ist heute Tagungsort des Maritimen Sicherheitskolloquiums. Eingeladen von der Karl-Theodor-Molinari-Stiftung, dem Bildungswerk des Deutschen BundeswehrVerbandes, und dem Deutschen Maritimen Institut e.V., versammeln sich unter der Schirmherrschaft des Oberbürgermeisters, Roland Methling, und des Inspekteurs der Marine, Axel Schimpf, Militärs (unter anderem aus dem NATO-Hauptquartier),Politiker, Hochschulvertreter und geladene Gäste. Diese Kleinausgabe der Münchner Sicherheitskonferenz beschäftigt sich mit „maritimer Sicherheit vor dem Hintergrund des 21. Jahrhunderts“ (so der Titel der Veranstaltung) aus militärischer, wirtschaftlicher, wissenschaftlicher, EU- und NATO-Sicht.

Wir kritisieren daran:
·         den Begriff der Sicherheit. Sicherheit dient als Vorwand für Militarisierung und Kriege. Auf dem Sicherheitskolloquium 2013 ging es um die deutschen Im- und Exportwege über See und die internationale Stellung der deutschen Werftindustrie. Wessen Sicherheit ist das? Im Sinne der Vernetzung wurden mehr Kompetenzen für die Küstenwache gefordert. Das ist eine Einrichtung der Polizei. Soll es noch mehr zivil-militärische Zusammenarbeit geben?
·         die Tatsache, dass die Veranstaltung im Zusammenhang mit der Hanse Sail stattfindet. Die Hanse Sail, ein friedliches Seglerfest, ist durch die teilnehmenden Kriegsschiffe und die Tage des Offenen Stützpunkts in Hohe Düne bereits „ausreichend“ militarisiert.   
·         die Militarisierung der Region, in der eine solche Veranstaltung stattfinden kann. Hier herrscht die höchste Militärdichte, hier stehen die aggressivsten Kriegsschiffe der NATO - die Korvetten - , von hier rücken sie auch zu Einsätzen im Rahmen von Standing NATO Maritime Groups (schnellen maritimen Eingreiftruppen) aus. Rostock ist seit der Einrichtung des Marinekommandos „Heimathafen der Deutschen Marine“. Die Stadt wirbt damit, Rüstungsfirmen orientieren sich nach Rostock, die Universität beteiligt sich an militärischer Forschung und bricht die Zivilklausel, die sie sich selbst gegeben hat. Gleichzeitig bleibt MV das Bundesland mit der zweithöchsten Kinderarmut.
·         das Datum. Gerade am 6. August, dem Tag des Atombombenabwurfs auf Hiroshima 1945, verbieten sich jegliche militaristische Veranstaltungen.

Im deutschen Kaiserreich arbeitete man intensiv und mit viel propagandistischem Aufwand an der Aufrüstung der Marine. Mit ihr wollte man im Ersten Weltkrieg Konkurrenten ausstechen und Deutschlands politischen und wirtschaftlichen Großmachtanspruch sichern. Die Marine ist auch heute die am stärksten wachsende Teilstreitkraft. Wir sind darauf nicht stolz. Wir fordern: Bundeswehr abschaffen! Zivile Perspektiven für die Region und eine friedliche Sail!