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Weltfriedenstag 2012 auf dem Uniplatz. Unser Aufruf

Hände weg von Syrien und Iran! Bundeswehr raus aus Schulen und Hochschulen! - Am 1. September 1939 entfesselte das faschistische Deutschland mit seinem Überfall auf Polen den Zweiten Weltkrieg. Aus diesem Grund wird jährlich am 1. September der Weltfriedenstag begangen. Das ist kein Anlass zum Gedenken, sondern einer, der den Blick auf das Heute schärft: Die Welt ist keineswegs friedlicher. Profitinteressen bahnen sich sogar immer rücksichtsloser ihren Weg, abenteuerliche Bündnisse werden geschlossen und Neuaufteilungspläne ganzer Kontinente machen die Runde, begleitet von Säbelrasseln und Propagandalügen.

 
Das jüngste Beispiel ist Syrien. Man setzt darauf, dass die Mär von den romantischen „Rebellen“, die die Revolution des arabischen Frühlings fortsetzen, auch hier Sympathien einfährt. Nicht erklärt wird, wer ihre Unterstützer sind, wie vielfältig die syrische Zivilgesellschaft ist und wie die bundesdeutsche Politik schon jetzt dafür arbeitet, den NATO und EU genehmen Kräften zum Sieg zu verhelfen. Vielleicht wird man dabei sogar ohne Militärschlag auskommen. Das Ziel ist ohnehin ein anderes: die weitere Isolierung und Niederringung des syrischen Verbündeten Iran, der als Machtfaktor den Absichten der wirtschaftlichen Großmächte in dieser Region im Wege steht.
 
Mecklenburg-Vorpommern ist für die neuen Kriege gut gerüstet. Seit der Bundeswehrreform steht es auf Platz eins der Bundesländer mit der höchsten Militärdichte. Rostock wird „Heimathafen der Deutschen Marine“. Das Marinekommando wird hier eingerichtet. Die Korvetten, die aggressivsten Kriegsschiffe der NATO, sind schon länger da. Eine Imagebroschüre der Stadt zitiert Prominente, die den Standortfaktor Militär für die Entwicklung der Region begrüßen. Gleichzeitig sterben die Werften in Vorpommern. Wir fordern eine friedliche Entwicklung der Region durch Ausbau der Bildungsmöglichkeiten und Erhaltung und Schaffung ziviler Arbeitsplätze!
 
Die geistige Aufrüstung und die Rekrutierung für die Berufsarmee Bundeswehr findet inzwischen in den Schulen und Hochschulen statt. Im Frühjahr 2012 scheiterte im Landtag ein Antrag auf Aufhebung der Kooperationsvereinbarung zwischen Bildungsministerium und Bundeswehr. Wir wollen im Rahmen der bundesweiten Aktionswoche für militärfreie Bildung und Forschung vom 24. bis 29. September die Landtagsfraktionen aufsuchen und mit ihnen besprechen, wie dieses Thema im Landtag wieder aufgegriffen werden kann. Wer mitmachen will, ist herzlich eingeladen! Wir rufen außerdem alle Friedensbewegten zur Teilnahme am antimilitaristischen Camp der Kampagne „War starts here“ im September beim Gefechtsübungszentrum Heer in der Colbitz-Letzlinger Heide auf. Dort werden die Bundeswehrsoldaten vor ihrem Kriegseinsatz im Ausland trainiert und ab Herbst wird dort die Nachbildung einer Großstadt aufgebaut, in der sich die militärische Aufstandsbekämpfung üben lässt, für die das Bundesverfassungsgericht mit seiner jüngsten Entscheidung den Weg geebnet hat. 
 
Kommt zur Weltfriedenstagsveranstaltung in Rostock am Sonnabend, 1. September, auf den Universitätsplatz!
Ab 10.00 Uhr Informationsstände, um 16.00 Uhr Kundgebung.
 
Hände weg von Syrien und Iran!
Bundeswehr raus aus Schulen und Hochschulen!
Keine Rüstungsexporte!
Kein Militär – nicht im Ausland, nicht im Inland, nirgendwo!
Für den Frieden!
 
Rostocker Friedensbündnis, DGF-VK-Regionalgruppe Mittleres Mecklenburg