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Offizielle Jahresendrundmail des Rostocker Friedensbündnisses 2010

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freundinnen und Freunde, wie immer melden wir uns mit einer Rundmail zum Jahresende, um Rückschau zu halten, alte und neue Partner zu grüßen und gemeinsam einen Blick in das neue Jahr zu tun. Weihnachten haben wir übrigens nicht ausfallen lassen, wie vielleicht schon mancher befürchtet hat! Wir haben nur diesmal keine Weihnachtsfeier (oder, wie wir sie gern nennen, Jahresendfeier) veranstaltet, sondern feiern im neuen Jahr. Ewig neues RFB!

Die Probleme sind allerdings weitgehend die alten. Nichts ist gut in Afghanistan, um ein x-tes Mal die ehemalige EKD-Ratsvorsitzende Margot Käßmann in ihrer Predigt zu Weihnachten 2009, also vor einem Jahr, zu zitieren. Sie hat denn auch die Strafe getroffen, die in der offiziellen Bundesrepublik auf Klartext-Reden über die Ziele der BRD-Kriegsbeteiligung in Afghanistan steht. Ebenso erging es dem Bundespräsidenten. Wirtschaftsinteressen und Strategiedenken der bundesdeutschen Expansionspolitik machen offenbar vor keinem Amt des sonst doch so vielbeschworenen demokratischen Apparats mehr halt. Das ist eine neue Entwicklung 2010.  
Bevor wir aber anfangen, für Personen Reklame zu machen, deren Wirken nicht immer so friedlich ist, werfen wir einen Blick auf das propagierte Bild vom Krieg. Ein Ministerpaar hat es uns in Kundus gezeigt: Krieg gehört ins Vorabendprogramm. Die Bundeswehr nimmt jetzt schon in den Schulen unangenehme Fragen vorweg: MV hat jetzt auch eine Kooperationsvereinbarung Bildungsministerium-Bundeswehr. Die Wehrpflicht wird ausgesetzt, aber das ist kein Grund zur Freude, denn dafür übernehmen nun die Profis als internationale Eingreiftruppe. Daneben werden durch Jonglieren mit diffusen Extremismusbegriffen die Ängste geschürt, die im Zweifelsfall Bedenken gegenüber kriegspolitischen Maßnahmen (durchaus auch im Inneren!) ausschalten können: Unser Medien-Negativtipp gilt in diesem Jahr dem Film >Die kommenden Tage< und wir würden, ehrlich gesagt, auch gern einmal in freundschaftlicher Solidarität mit dem Volkstheater über >Die fetten Jahre sind vorbei< diskutieren – vielleicht ergibt sich das 2011.  
Auch zu diesen Bildern müssen wir 2011 alternative Konzepte entwickeln. Dabei hilft uns der Schwung von 2010, denn einiges haben wir doch geschafft: Der Protest gegen die fortgesetzte Militarisierung der Hanse Sail, die >Begleitung< des Großen Zapfenstreichs auf dem Neuen Markt in Rostock und natürlich unsere Dauerbrenner Ostermarsch (diesmal über Orte, auf die die Losung >Abrüstung statt Sozialabbau < ganz besonders passt) und Weltfriedenstag haben uns zusammen mit vielen Partnern auf der Straße gesehen, bei den Blockaden der faschistischen Demonstration am 1. Mai in Rostock und bei der Demonstration gegen den Castortransport in Greifswald waren wir dabei und das Konzept einer Diskussionsveranstaltung zum Thema 20 Jahre deutsche Einheit im Oktober in Rostock war von uns. Und das bei all unseren Personalunionen! Vor allem aber sind wir sind in diesem Jahr mehr geworden. Wir freuen uns sehr über unsere neue Zusammenarbeit mit SDAJ und DKP, werden in Zukunft noch mehr Gelegenheit haben, Friedensthemen in die Arbeit der Gewerkschaften einzubringen, und die antifaschistische Seite unserer Arbeit wird ebenfalls gestärkt werden. Auch unseren bewährten Partnern vielen Dank - ohne Sie und Euch hätte auch 2010 gar nichts geklappt!
Und damit zu den kommenden Themen: Wir planen eine Veranstaltung zu den Nürnberger Prozessen, werden, auch den Entwicklungen in der Region folgend (Stichwort >Zwischenlager Nord< bis 2080?), unsere Kontakte zur Anti-Atom-Bewegung intensivieren, Ideen zur Fortführung der Diskussion zum Thema 20 Jahre deutsche Einheit aus linker Sicht beisteuern und in die Programmdiskussion der DFG-VK, der ältesten und größten deutschen Friedensorganisation, eingreifen.
Das ist das, was an Planung schon steht. Weiteres wird das Jahr bringen und dabei bauen wir auch auf Ihre und Eure Ideen und Tatkraft. Wer uns unterstützen möchte, ist herzlich willkommen, wer mit uns zusammenarbeiten möchte, ebenso! Zu tun gibt es jede Menge. Unser >Job< ist im wahrsten Sinne des Wortes krisenfest – leider … 
Immer einen kühlen Kopf und warme Füße für diese Tage, eine schöne Silvesterfeier und ein erfolgreiches neues Jahr!
Mit den besten Grüßen
Rostocker Friedensbündnis