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Greifswald, 11. Dezember: Rostocker Friedensbündnis zur Demonstration gegen den Castor

Seit Jahrzehnten gehen Castortransporte durchs Land. Sie nähren die Illusion, die Atomtechnologie sei beherrschbar, man könne ihre Abfallprodukte sicher entsorgen und die erhöhten Krebsraten im Umfeld von Atomkraftwerken und -mülllagern seien eigentlich gar nicht recht zu erklären.
Jetzt ist unsere unmittelbare Umgebung an der Reihe. Im Jahr der Laufzeitenverlängerung der Atomkraftwerke zugunsten der Stromkonzerne sollen die ersten Brennelemente aus dem Kernforschungszentrum Karlsruhe und von dem ehemaligen atomgetriebenen Schiff >Otto Hahn< bei Greifswald ankommen  - im oberirdischen so genannten >Zwischenlager Nord<, dem schon jetzt mehrere Jahrzehnte Existenz versprochen sind. Ein weiterer Transport soll im Frühjahr 2011 folgen.
Der Castor ist unser unmittelbares Anliegen. Atomstrom und Endlagerdiskussionen halten das Thema Atomtechnologie auch für die Waffentechnik und Kriegspolitik im wahrsten Sinne des Wortes am Kochen. Dieses Jahr ist auch das Jahr, in dem wir der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki vor 65 Jahren gedenken. Aber das Thema ist keineswegs erledigt: Mit Atomwaffen wird international Politik gemacht. Sie werden zur Imagepflege vorgehalten und dienen als Unterpfand in Bündnisverpflichtungen. Ihr Besitz wird bei den einen Staaten vornehm verschwiegen, bei anderen Staaten reicht der alleinige Verdacht, sie wollten welche herstellen, aus, um sie zu stigmatisieren - je nachdem, wer in Konfliktregionen die ökonomischen und strategischen Interessen der selbsternannten >internationalen Gemeinschaft< besser vertritt. Uranmunition wird in den realen Kriegen unserer Tage eingesetzt. In der Bundesrepublik, in Büchel in Rheinland-Pfalz, lagern im Rahmen der nuklearen Teilhabe der NATO Atomwaffen, und Bundeswehrsoldaten werden an ihnen ausgebildet.
Was im Wendland in diesem Jahr eine nie dagewesene Zahl von Atomkraftgegnern auf die Beine gebracht hat, soll auch hier, in unserer vermeintlich abgelegenen Gegend, nicht unbemerkt von statten gehen.
Auch Mitglieder des Rostocker Friedensbündnisses fahren zur Auftaktdemonstration für die Proteste am Sonnabend, dem 11. Dezember, nach Greifswald. Unser Zug fährt um 11.01 Uhr ab Rostock Hauptbahnhof. Wer kommt mit? Treffpunkt ist in der Nordhalle des Rostocker Hauptbahnhofs (Richtung Innenstadt), die Zeit 10.45 Uhr. Wir fahren mit MV-Tickets. Eine gute Rückfahrmöglichkeit besteht nach dem Ende der Demonstration um 17.21 Uhr, dann ist man um kurz vor 19 Uhr wieder in Rostock; wir können aber vor Ort auch etwas anderes besprechen.
Und was kommt nach der Demo?
In Greifswald: Für die nächste Woche, wenn der Castor (am 15./16. Dezember) wirklich kommt, ist ein volles Programm geplant: Aktionstrainings, Lesungen, Mahnwachen an der Strecke, am 14. um 17 Uhr eine Lichterkette durch die halbe Stadt und um 20 Uhr eine antifaschistische Demonstration gegen die Vereinnahmung des Themas durch die Faschisten unter dem Motto >Nazis abschalten, Atomkraft raus< und vieles mehr. Der Greifswalder Infopunkt befindet sich im Klex, Lange Str. 14. Helfende Hände sind willkommen.
In Rostock: Wer nicht in Greifswald sein kann, kann die Rund-um-die-Uhr-Mahnwache vom 14. bis zum 17.12. vor dem Rostocker Hauptbahnhof unterstützen - mit warmen Getränken, Essen, Gesprächen - und sich im JAZ aktuelle Informationen holen. Wer Transportkapazitäten hat und/oder sich als Fahrer zur Verfügung stellt, kann damit ebenfalls sehr viel helfen.  
Links zu aktuellen Informationen im Netz:
http://www.ausgestrahlt.de/ (unter >Regionales> --> >Termine< mit einem Überblick über die Castor-Protestorte entlang der gesamten langen Transportstrecke von Cadarache bis MV)
ähnlich hier, zusammen mit einer Vielzahl weiterer Informationen: http://www.contratom.de/2.0/index.php?mod=blog&blogid=32&baum2=1&baum3=7
sowie http://www.castor-ticker.de (ab dem 11.)
Wir sehen uns am Sonnabend!
Mit den besten Grüßen
Rostocker Friedensbündnis