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Unsere Grußadresse zum Hiroshimatag nach Wien

Wie jedes Jahr erinnert die Wiener Friedensbewegung am 6. August mit vielfältigen Aktionen an den Atombombenabwurf auf Hiroshima 1945. Aus diesem Anlass werden auch Grußadressen gesammelt. Wir haben die nachfolgende Grußadresse nach Wien geschickt:
 

Liebe Freundinnen und Freunde,

herzliche Grüße nach Wien zum Hiroshimatag 2009! Wie Ihr sind wir der Meinung, dass das Eintreten gegen Atomwaffen heute so aktuell ist wie eh und je. Gerade weil aus der neu aufgekommenen internationalen Diskussion um atomare Abrüstung auch hoffnungsvolle Schlüsse gezogen werden, verdient das Thema Atomwaffen gegenwärtig eine besonders hohe Aufmerksamkeit.

Bei uns hat es in den letzten Wochen Grund zum Feiern gegeben: Das Verteidigungsministerium der Bundesrepublik Deutschland hat auf die geplante Nutzung des so genannten Bombodroms, eines Militärgeländes in der Kyritz-Ruppiner Heide, als Luft-Boden-Schießplatz verzichtet. Dort hätte auch der Abwurf taktischer Atomwaffen geübt werden sollen. Das bedeutet aber nicht, dass die militärische Nutzung des Geländes vom Tisch ist. Außerdem wird die Bundeswehr zu seiner Kompensation Übungsplätze im Ausland suchen. Atomwaffen spielen in ihren Planungen weiterhin eine Rolle.

Das tun sie auch in Büchel, dem Standort von etwa 20 US-Atombomben im Rahmen der >>Nuklearen Teilhabe<< an der NATO. Zusätzlich lagern dort jetzt auch Taurus-Marschflugkörper, nukleare bunkerbrechende Waffen aus neuester deutsch-schwedischer Produktion. In Büchel laufen gerade in diesen Tagen vielfältige Proteste. Unter anderem wurden in einer leider vor den Toren des Stützpunktes gestoppten Aktion Soldaten Rosen überreicht, verbunden mit der Aufforderung, den Dienst an den Atomwaffen zu verweigern. Die übergreifende Forderung der Friedensbewegung lautet selbstverständlich: Abzug der Atomwaffen. Denn auch wenn die diplomatischen Zeichen auf eine quantitative Reduzierung der Potenziale stehen: Es ist erklärter Wille auch der neuen US-Regierung, Atomwaffen zu erhalten.

Atomare Potenziale dienen sowohl als Vorwand als auch als Mittel für geostrategisches Handeln. Weil angeblich iranische Atomraketen drohen, baut die NATO am Raketenschild in Polen und Tschechien. So bindet sie ihre neuen Mitglieder auch politisch enger ein und schafft sich gleichzeitig Rückhalt für eigene Angriffe. Inzwischen fahren israelische Kriegsschiffe nicht ohne Billigung der >>internationalen Gemeinschaft<< nach Durchquerung des Suezkanals Parade im Roten Meer, unter ihnen ein U-Boot mit der Möglichkeit atomarer Bewaffnung. Dieses Boot der Dolphin-Klasse und seine Schwesterschiffe werden in der Bundesrepublik Deutschland produziert und von der Bundesrepublik Deutschland in dieses Krisengebiet geliefert.

Wir wünschen Euch gute Reaktionen auf Eure Aktivitäten am Hiroshimatag und eine erfolgreiche weitere Arbeit!

Rostocker Friedensbündnis

Nähere Informationen zum Hiroshimatag in Wien:
http://www.hiroshima.at/